Einsteigertipps
Für Einachserneulinge
gibt's hier ein paar Infos zu Einachsern allgemein, außerdem
erläutere ich noch ein paar Tipps zum E5/E6. Vielleicht ist ja
auch
für die schon Erfahrenen etwas neues dabei.
Inhalt:
1. Allgemeines
1.1
Die verschiedenen Bezeichnungen
1.2
Die Gewichtsverteilung macht's
2. Motor
2.1
Ölversorgung
2.2
Starten und Abstellen
3. Getriebe
3.1
Schaltung
3.2 Einzelradlenkung
3.3 Das 9-Gang Getriebe 
4. Das
Arbeiten
1.
Allgemeines
1.1
Die
verschiedenen Bezeichnungen
Für
einen
Einachser gibt es viele Bezeichnungen. Die korrekte Bezeichung ist
"Einachsschlepper", die Kurzform "Einachser". Der
Begriff "Schlepper" wird
ebenfalls häufig verwendet, nur kommt es dann manchmal zu
Verwechselungen, da auch die Vierradtraktoren so genannt werden. Vor
allem
größeren
Einachser werden auch zu recht als "Kleintraktor" bezeichnet.
Bei den kleineren Einachsern die Bezeichnung
"Fräse" sehr beliebt. Das kommt daher, da das
Fräsen
eine der häufigsten Arbeiten ist. Unterscheiden muss man daher
das Arbeitsgrundprinzip: Die Schlepper, die den Motor über der
Achse haben, sind hauptsächlich zum Fräsen gedacht,
daher auch "die
Holderfräse",
wie z. B. die E3 und E4. Die Schlepper, die den Motor parallel zum
Getriebe angeflanscht haben, sind hauptsächlich zum Schleppen
gedacht, daher auch "der Holderschlepper",
wie z. B. der E5 - E14.
1.2 Die
Gewichtsverteilung macht's
Ein
typische Eigenschaft des Einachsers, ist sein geringes Gewicht. Und
hier fangen auch manche Probleme an. Denn, eine richtige
Gewichtsverteilung entscheidet über gutes Handling und
arbeiten z. B. pflügen. Daher gibt es praktisch für
jeden Schlepper Zusatzgewichte, die je nach Bauart vorne
(Front/Ausgleichsgewicht), mittig (Radgewicht) oder hinten
(Holmgewicht) angeflanscht werden können. Wann, wo welches
Gewicht angeflanscht wird, kommt auf die jeweilige Arbeit an. Denn, je
schwerer der Schlepper wird, um so schwerer wird es, ihn zu steuern
aber je besser ist z. B. auch die Pflugarbeit.
2. Motor
2.1
Ölversorgung
Beide
Motoren sind 2 - Takter, d. h. sie haben keine Ölwanne. Ein
Ölwechsel ist daher nicht möglich. Das
benötigte Öl wird mit
dem Benzin gemischt. Durch dieses Verfahren raucht der Motor immer
etwas, weil er
das Öl mitverbrennt. Den "Ölstand" kann man so nicht
messen, da jede Marke anders verbrannt wird. Zuwenig Öl macht
sich aber vor allem beim Stamo 201, durch eine schlechte Reglerarbeit
bemerkbar.
2.2
Starten und Abstellen
Vorraussetzungen:
Betriebsbereiter Zustand des Schleppers; ein gefüllter Tank
mit Benzin -
Ölgemisch;
genug Öl im Getriebe (2.1
Getriebeöl); alle 3 Schalthebel im
Leerlauf (3.1
Schaltung).

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Stamo
200:
Beim Riemenstarter muss man das im
Riemen befindliche Loch auf den Nippel (Bild 1, Kreis) stecken. Sollte
der Pfeil
an der Ventilatorhaube nicht vorhanden sein: Es ist immer Rechtslauf
(von vorne gesehen),
also im Uhrzeigersinn.
Benzinhahn öffnen (Richtung Boden), ca.
1/3 Gas geben und den Tupfer am Vergaser (Bild 2, 1) so lange
runterdrücken, bis dort Benzin austritt. Das kann manchmal
etwas dauern, da die Schwimmerkammer sehr groß ist. Den
Riemen/Startseil
bis Kompression und dann kräftig durchziehen, ggf. Gas
weg- nehmen, wenn die Drehzahl nach dem Starten zu hoch ist.
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Stamo
201:
Benzinhahn
öffnen, 1/3
Gas geben und den Tupfer (1) so lange nach unten drücken, bis
Benzin am Tupfer abtropft. Hier gibt es aber noch einen Zusatz:
Der Starterklappenhebel (2)
ist nach oben zu stellen.
Dieser bewirkt ein
fetteres Gemisch und ein besseres Ansaugen.
Dann das Starterseil bis
Kommpression und kräftig durchziehen. Läuft
der Motor, den Hebel (2) wieder in die waagerechte Stellung bringen.
Die Starterklappe dient nur zum Kaltstart!
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Wenn
der Motor nach dem vierten Mal noch nicht ange- sprungen ist, ist er
abgesoffen.
Also Kurbelgehäuseentlüftung neben dem Regler mittels
Schieber
auf der rechten Seite öffnen (Bild)
und wieder schließen. Startprozedur wiederholen. Sollte er
dann
nicht starten, Zündkerze rausdrehen und ggf. säubern.
Beim
öffnen der Entlüftung und besonders beim durchdrehen
tritt Öl -
Benzingemisch aus, dass mehrere Zentimeter weit spritzen kann!
Abgestellt
wird mittels Zündunterbrechung an der rechten Seite des
Lüftergehäuses. Zum Unterbrecher gibt es auch eine
Schutzkappe. Erst den Benzinhahn schließen und dann
den Unterbrecher so lange
gedrückt halten, bis der Kolben zum stehen gekommen ist.
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3. Getriebe
3.1
Schaltung
Die
Gänge sind um eine Stelle nach hinten versetzt und deshalb
für Anfänger ungewohnt. Da es sich
um eine Gruppenschaltung handelt, muss immer links und rechts ein Gang
eingelegt werden, um zu fahren. Ausnahme ist der Schnellgang. Er wird
unabhängig von der
rechten Gruppe geschaltet und funktioniert immer, egal ob
rechts ein Gang oder Leerlauf eingelegt ist. Vor jedem Schaltvorgang
muss,
wie beim Auto, ausgekuppelt
werden. Allerdings darf die Kupplung nie ruckartig losgelassen werden.
So werden unnötige Spannungen vermieden.
Näheres siehe 3.1 Schaltung.
3.2 Einzelradlenkung
Gilt
nicht für E5 bis ca. Bj. 1957!
Über
den größeren Hebel am rechten Holm, wird die linke
Achse vom Antrieb
getrennt. Klingt einfach, ist es aber nicht ganz:
Die Einzelradlenkung sollte man nur im
stehen oder während
dem fahren im
"V", oder "R" Gang einschalten. Nicht im "S"! Sonst
landet man bei Unebenheiten schnell im Graben. Beim auskuppeln der
Sperre und anschließendem anfahren ist Vorsicht geboten. Die
Holme
schlagen dann, je nach gewählter Fahrtrichtung aus, weil das
linke Rad bei der plötzlichen Kraftübertragung
meistens stehen bleibt.
Bei entsperrter Achse dreht das rechte Rad auf
schlüpfrigem
Untergrund oder bei Beladung des Anhängers oft durch, der
Schlepper bleibt stecken. In einer solchen
Situation sollte der Hebel der Einzelradlenkung nicht losgelassen werden, da dann
die Räder abrupt greifen und das Getriebe und Anschlussstück dadurch
unnötigen Spannungen ausgesetzt werden. Also erst auskuppeln, Sperre einrasten lassen und dann anfahren.
3.3
Das
9-Gang Getriebe 
Ab
und zu liest man in einem bekannten Auktionshaus von einem 9-Gang
Getriebe oder manche behaupten ein solches zu haben. Das
heißt in diesem Fall, dass zu den 3 Vor- und
Rückwärtsgängen noch 3 Schnellgänge
hinzukommen. Das ist natürlich komfortabler, wenn man
z.B. mit den 4.00-12 AS erst auf ca. 10km/h beschleunigt und dann auf
ca. 15
und 20 km/h hochschaltet, anstatt direkt bis auf 20 km/h beschleunigt,
was
ja besonders auf die Kupplung geht.
Die Sache ist nur die, dass es kein 9-Gang Getriebe gibt! Zumindest
weist in der mir bekannten Literatur nichts darauf hin. Aber auch in
technischer
Hinsicht wird so etwas wohl schwer zu bauen sein (könnte ich
mir vorstellen), sonst gäbe
es ja so eins. Dennoch haben alle (E5/E6/E8/E7/E9/A8) das gleiche
Grundgetriebe, lediglich die Schalt-Anordnung ist leicht
geändert und beim E8/A8 kommt noch die Wegzapfwelle und der im
fahren hochschaltbare S-Gang hinzu.
Aber es lässt sich sehr leicht herausfinden, ob im betreffenden
Schlepper ein 9-Gang Getriebe steckt: Auch dieses muss zu den drei
Gängen zwei Leerläufe haben und demzufolge in diesen
Schaltstellungen nicht fahren oder sich im Stand schieben lassen.
Ansonsten handelt es sich um ein 11-Gang Getriebe, was völliger
Unsinn ist, da so ein kleiner (und billiger) Schlepper nicht so viele
Gänge braucht. Und außerdem sollten
die Geschwindigkeitsunterschiede auch ohne Tacho bemerkbar sein.
4. Das Arbeiten
„Für
was will ich ihn einsetzen und wie soll das Ergebnis aussehen?"
Berechtigte Fragen, denn ab und
zu kommt es vor, dass der Holder nach den eigenen Wünschen,
bzw. Anforderungen umgestaltet wird, wie etwa mit
noch mehr Gewichten
beschwert, größere Anbaugeräte
verwendet oder Teile verstärkt werden. Sollte es soweit
kommen, ist eigentlich ein größerer
Schlepper nötig. Denn ein solches Arbeiten führt zu
unnötigem Verschleiß von Motor und Getriebe. Auch
ein stärkerer Motor hilft hier nur bedingt, denn das
Getriebe ist für länger wirkende Kräfte, die
größer
als 6 PS sind, nicht ausgelegt. Überforderungen kann man
häufig an den verbogenen Lenkholmen sehen, da diese,
jedenfalls beim E5/E6, die
schwächsten Teile sind.
Eine typische Eigenschaft des Schleppers ist, dass er sich beim
Einkuppeln ohne Anhänger aufbäumt. Beim
Vorwärtsfahren
drücken die Holme nach unten und beim
Rückwärtsfahren
nach oben.
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