Restauration
Bei vielen Schleppern ist mit
der
Zeit eine Verschönerung fällig. Daher gebe ich hier
ein paar Tipps&Tricks
zum richtigen Restaurieren sowie meine Erfahrungen und Meinung.
Natürlich muss man nicht alle befolgen, hauptsache
der Schlepper sieht am Ende für den Besitzer gut aus.
Inhalt:
1. Was ist restaurieren genau?
2. Lack und Rost entfernen
3. Die richtige Farbe und Details
4. Ersatzteile
1.
Was ist restaurieren genau?
Restaurieren
bedeutet, einen Oldtimer wieder so nah wie möglich in den
ursprüng- lichen Zustand zurück zu versetzen. Hierbei
gibt es drei Varianten:
Einmal das "überlackieren", was mit restaurieren nicht
wirklich was zu tun hat. Der
Schlepper wird nur äußerlich neu gestrichen, der
Rost oberflächlich entfernt. Diese Variante wird auch gerne
bei Verkaufsgegenständen angewendet.
Beim "original restaurieren" werden mehrere bis alle Teile
auseinandergenommen, einzeln behandelt und wieder nach Vorlagen, wie er
ausgesehen haben könnte, aufgebaut.
Mehr auffällig ist das
"überrestaurieren". Hier sieht man die reingesteckte Arbeit am
besten, da viele Teile abgebaut, bzw. abgeklebt werden müssen.
So sind z.B. alle Schrauben blank und viele Kleinteile
nicht lackiert.
Bei dieser Art hört man auch meistens den Spruch "So
stand der aber nicht im Laden".
2.
Lack und Rost entfernen
Verfahren
hierzu gibt es viele. Der Lack kann z.B. mit Abbeizer
entfernt werden. Allerdings sind die Wirkungen, je nach Produkt, sehr
unterschiedlich, ebenso kommt es auf den damals verarbeiteten Lack an.
Diesen kann man danach mit einer Bürste oder einem
Dampfstrahler entfernen. Wer die Möglichkeit hat, kann die
Teile auch sandstrahlen (lassen). Sehr vielfältig sind die
Bürstenaufsätze für Bohrmaschinen. Hiermit
kann man u.a gut die Gewinde der Schrauben säubern.
Äußerst effektiv sind auch Lamellenschleifer
für
die Flex. Diese eigenen sich aber hauptsächlich nur
für gerade
Flächen, da sie auch das Metall, wie normale Trennscheiben,
wegschleifen.
Um dem Rost
vorzubeugen, gibt es verschiedene
Rostumwandler. Besonders beim Tank ist die Innenentrostung wichtig. Die
Produkte von
Fertan sind hier sehr gut.
Für festgerostete Schrauben hilft WD40 oder ähnlich
Produkte. Dabei ist weniger oft mehr, indem man immer etwas
draufsprüht und einwirken lässt. Ab und sollte man
diese dann
etwas bewegen, bei Härtefällen kann man schon mal ein
bis
zweimal draufschlagen.
3.
Die richtige Farbe und Details
Eine
der wohl häufigsten Fragen ist die, nach der richtigen
Holderfarbe. Fakt ist, es gibt keine RAL Nummer, das Grün
wurde immer selbst gemischt. Allerdings gibt es 2
Töne, das dunklere "Holdergrün alt" und das hellere
"Holdergrün neu". Händler gibt es viele, allerdings
variieren auch hier die Farbtöne von Händler zu
Händler ein wenig. Das Rot dagegen, ist eine RAL Farbe,
nämlich die 3000 Feuerrot. Das Gelb wiederum ist keine
eindeutige RAL
Farbe, soll aber dem Zitronengelb 1012 nahe kommen.
Wer auf Nummer sicher gehen will, baut die Teile ab, an die man
schlecht rankommt, wie etwa die Unterseite des Tanks oder des
Tragblechs. Die Farbe, die z.B. bei der Innenseite der Bremse oder
Getriebebauteilen vorkommt, ist wahrscheinlich eher eine Grundierung.
Damit
ich weiß, was wie lackiert werden muss oder könnte,
habe ich (bisher) 65
E5er und 360 E6er verglichen.
Beim E5 ist das "Holdergrün alt" zu verwenden, beim E6 konnte
ich
bisher keinen Übergang zum "Holdergrün neu" erkennen,
da
jeder Schlepper in einer anderen Farbe lackiert wurde. Aber ich
schätze so zwischen 1963 - 1965.
Die Beschriftung sieht folgendermaßen aus: Beim E5 stach
nicht
wirklich etwas hervor aber möglicherweise ist das
Schaltschema gelb gewesen. Beim E6 sind Haube und Schaltschema gelb
(große Mehrheit), der Getriebeschriftzug
bleibt
grün. Rote Schrift kommt auch vor, ist aber wohl eher eine
Ausnahme. Der Schriftzug der beiden Gewichte ist wahrscheinlich auch
grün belassen worden.
Die Schaltknöpfe beim E5 sind grün, beim E6 dagegen
sind sie gelb und der für die Zapfwelle ist rot.
Der Tankdeckel ist sehr wahrscheinlich grün gewesen. Viele
sind
auch blank, was aber wohl eher auf die häufige Benutzung
zurückzuführen ist.
Beim Auspuff wurde es sehr schwierig, da dieser beliebig gedreht werden
kann. Aber die Mehrheit hat die Öffnung nach vorne, was auch
die
wahrscheinlichste Variante ist. Ausnahmen sind nur die neueren Modelle
ab den 70ern. Hier ist er nach hinten gerichtet. Auch die Farbe konnte
nur schwer erkannt werden, da viele Auspuffe zu verrostet sind. Im
allgemeinen sind sie schwarz, allerdings könnten diese beim E5
und
den frühen E6 Modellen silbern gewesen sein, worauf ich mich
aber
nicht festlegen will.
Im Allgemeinen sind beide Schlepper sonst fast komplett grün.
Allerdings sollten Abnutzungsteile, wie die Handgriffe und Hebel nicht
lackiert werden, ebenso die Gummiteile. Denn die Farbe wird sich dort
nicht lange halten können. Auch sollte der Vergaser nicht
unbedingt lackiert werden. Teile des Lacks könnten,
beim Aus-
und Einbau, in den Motor gelangen. Manche gehen sogar soweit, dass sie
den Auspuff, selten auch die Typenschilder, grün lackieren.
Na,
wenn's denen gefällt...
Ich
bevorzuge
mehr eine Mischung aus "Original" und "Überrestaurierung", da
die
Schlepper dann interessanter aussehen, als wenn man sie nur komplett
grün lackieren würde. Da mir das Holdergrün
zu hell ist,
habe ich meine eigenen Farben: RAL 6029 Minzgrün "alt" und RAL
6001 Smaragdgrün "neu". Diese gefallen mir einfach am besten,
zumal die
6001 am E6 teilweise vorhanden war und die 6029 dem Holdergrün
"alt" recht nahe kommt (je nach Belichtung).
4.
Ersatzteile
Hier
ein paar Adressen und Kontakte, wo man Teile und Farben herbekommen
kann:
Oldtimer-Jehle
- Ersatzteile und Farben
Rene Kupper
- Zubehör und Verschleißteile
Ersatzteile Pool
- Ersatz- und Normteile
Michael Horn
- Ersatzteile
Christoph Marcks
- Ersatzteile und Farben
Fa. Bernhard Ritzerfeld
- Ersatzteile für Bing Vergaser 
Aber auch Foren sind ganz nützlich:
Holderfreunde
- Forum der Holderfreunde
Greg's Einachserforum
- Einachser allgemein (Auch sehr interessant)
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