Unterschiede


Nimmt man die Motorhaube des E6 ab, sind beide auf den ersten Blick fast gleich. Das liegt daran, dass nur die wichtigsten Teile am E5 geändert worden sind, er wurde also nicht komplett neu konstruiert. Dazu zählen vor allem (tech.) die Kupplung, später auch der Motor, und der (opt.) Zapfwellenhebel.
Hier werden die jeweiligen Änderungen, bzw. Verbesserungen aufgezählt und erläutert. Damit es aber nicht zu lang und unübersichtlich wird, habe ich nur die größeren Unterschiede aufgelistet.
Natürlich richtet sich der Vergleich nach den originalen Bauteilen!


1. Kupplung
2. Tank, Luftfilter und Motorhaube
3. Starteinrichtung
4. Zapfwellenhebel
5. Steckdose
6. Motor

Kompatibilität
Die neue E5 Tankhalterung

Unterschiede innerhalb der Typen
  1. E5 - E5
  2. E6 - E6
  3. E6 - E6 G
  4. E6 G - E6 G
  5. E6 G - E6 GA - E6 GB



1. Kupplung

Technisch gesehen, ist sie das Merkmal, dass die beiden Typen von einander unterscheidet. Da die Lamellenkupplung nicht immer zuverlässig war, wurde sie durch die typische Einscheiben - Trockenkupplung ersetzt. Diese ist übrigens seit dem ED10 (1950) "Standard" bei Holder.
Erkennen kann das folgendermaßen: Beim E5 sind die Bolzen des Kupplungs- hebels hervorgehoben, beim E6 dagegen ist vor den Bolzen, Richtung Motor, eine Rundung, die über den ganzen Seitenteil der Kupplungsglocke geht.

    

2. Tank, Luftfilter und Motorhaube

Die Motorhaube ist natürlich auffällig aber die beiden anderen Merkmale erkennt man manchmal erst auf den zweiten Blick, da die Anordnung gleich geblieben ist. Der Tank am E5 hat zwei Halterungen: Einmal am Lüftergehäuse mit zwei Schrauben und an der Windleitkappe mit einer Art "Klammer". Auf der Oberseite des Tanks ist der "Holder" Schriftzug eingestanzt und der Tankdeckel sitzt vorne. Der große Zyklonvorabschneider mit Microniceinsatz und Gitternetz ist nur am Holmenlager befestigt.
Allerdings hielt der Tank den auftretenden Belastungen nicht immer stand, da er zu schwach befestigt ist. Auch konnte er undicht werden, denn wegen der Halterung musste der Tank durchbohrt werden und das gleich drei mal. Beim Luftfilter war hauptsächlich der Einsatz ein Problem, da dieser nur eine bestimmte (ggf. auch kurze) Lebensdauer hatte und die offene, große Ansaugöffnung zu viel Schmutz durchließ. Ebenso war dessen Halterung auch nicht immer die stabilste.
Beim E6 ist der (ungebohrte) Tank daher zusammen mit einem kleineren Zyklon- vorabscheider und auswaschbarem Nassluftfilter auf einem gemeinsamen Tragblech, jeweils am Lüftergehäuse, Windleitkappe und Holmenlager, befestigt. Der Tank wird mit zwei Bügeln und der Luftfilter mit einer (auch zwei) Schlauch- schelle auf dem Tragblech gehalten. Somit sind die Aufbauten sehr gut befestigt.
Um die Optik etwas aufzuwerten, ist auf die nun stabilere Konstruktion noch, mit zwei Halterungen auf Tank und Holmenlager, eine Motorhaube mit integriertem Werkzeugfach aufgesetzt worden. Dafür wurde noch der Tankdeckel nach hinten versetzt, die Schrift entfernt. Die Haube schützt zusätzlich die kleinere Ansaug- öffnung vor gröberem Schmutz. Der "Holder" Schriftzug sitzt jetzt auf dem Werk- zeugdeckel und auf der Haube steht noch die passende Bezeichnung "E6".
1967 ist der E6 auf den Ölbadluftfilter umgerüstet worden. Dieser sitzt auf der linken Seite, weil senkrechte Einbaulage, und das Tragblech ist jetzt abgeflacht und eckiger.

    

3. Starteinrichtung

Der E5 besitzt eine Starterrolle, während beim E6 ein modernerer Reversierstarter verbaut ist, wie er noch heute z. B. bei Rasenmähern verwendet wird. Das erspart das zeitaufwändigere Rumwickeln des Riemens, ist aber verschleißanfälliger.


4. Zapfwellenhebel

Beim E5 ist dieser kurze Hebel direkt am Holmenlager befestigt. Dort kann man auch die beiden Zapfwellengeschwindigkeiten ablesen. Wenn die Holme nach hinten geschwenkt werden, verlagert man den Hebel einfach vom linken, auf den rechten Bolzen. Für einige war der Hebel aber zu unkomfortabel.
Beim E6 ist er daher um eine Zugstange erweitert, zur besseren Unterscheidung aber etwas kürzer gehalten worden. Auch sind die Knöpfe nicht mehr alle grün, sondern gelb - rot, letzterer sitzt auf der Zapfwellenstange. Er ist damit genauso gut erreichbar wie die beiden anderen Zugstangen und wird auch genauso beim schwenken gewechselt. Daher das durchgehende Führungseisen mit vier Löchern. Die Zapfwellengeschwindigkeiten stehen jetzt am Ende des Hebels.

    

5. Steckdose

Während beim Stamo 200 und 201 (hier nur zwei Kabel) diese immer vorhanden ist, war sie beim E5 wahrscheinlich nur auf Wunsch zu bekommen. Am E6 dage- gen ist die Steckdose (außer bei frühen Modellen) serienmäßig.
Beim E5 sitzt diese direkt zwischen Luftfilter und Hauptholm und wird an der Halt- erung des Luftfilters angebracht.
Beim E6 ist sie unter der Holmengabel befestigt. Denn sie wäre sonst der zusätz- lich angebrachten Motorhaube im Weg.
Übrigens, die Rückstrahler (beim E6 optional) gab es für den E5 nicht.


6. Motor

Bei beiden Typen ist der gleiche Stamo 200 verbaut. Erst ab 1962 wurde der E6 auf den Stamo 201 umgerüstet.
Der 200 besitzt einen Kolbenschiebervergaser ohne Regler, der 201 einen Drossel- klappenvergaser mit Verbindung zum Kugelregler im Motorgehäuse.
Siehe hierzu auch "FAQ / Welchen Motortyp habe ich?".


Kompatibilität

Der Anhängebolzen sowie der Zapfwellenanschluss sind bei beiden gleich. Es können somit alle Geräte vom E5 auf den E6 und umgekehrt angebaut und benutzt werden. Das gilt auch für die später entwickelten.

Natürlich passen ebenfalls alle Anbaugeräte vom E7&E9. Lediglich der schwerere Pflug und die 80 cm breite Fräse sind nicht geeignet.
Zum E8 passen keine Geräte, obwohl der Zapfwellenschluss gleich ist. Der Durchmesser des Anhängebolzen für das Anschlussgerätestück ist auch größer.
Weitere Infos zur Kompatibilität findet Ihr auf der entsprechenden Holder E8 Seite.


Die neue E5 Tankhalterung

Obwohl der E5 nicht mehr produziert wurde, hatte Holder, wegen der Zufriedenheit seiner Kunden, ein Problem damals gut gelöst: Die Tankhalterung.
Für diese nahm man einfach das Tragblech des E6. Da der Luftfilter aber beibe- halten worden ist, wurde das Tragblech einfach hinter dem Zündkerzenloch abge- schnitten. Passend dazu, kam der Tank vom E6 drauf.



Unterschiede innerhalb der Typen

Die Schlepper wurden nicht immer einheitlich produziert (insbesondere der E6), wobei aber nur ein Teil davon Verbesserungen die Ursache sind. Daher sieht man bei Modellen verschiedenen Alters kleine und große Unterschiede. Die mittleren bis größeren sind hier aufgelistet.

Obwohl es nie, durch baulich bedingte Änderung, eine Umbenennung der Baureihe gab, kann man beim E5 und E6 dennoch von verschiedenen "Versionen" sprechen. Das sähe in etwa so aus:

1. E5 ohne Einzelradl. (56 - 57)
2. E5 mit Einzelradl. (57 - 59)

1. E6 mit ST 200 (59 - 62)
2. E6 mit ST 201 und Nassluftf. (62 - 67)
3. E6 mit ST 201 und Ölbadluftf. (67 - 75)

Hierbei wurden die Prototypen und Sonderversionen nicht berücksichtigt, sondern nur die typischen Serienschlepper. Die "G" - Modelle werden (von mir) nicht als eigene Baureihe anerkannt. Warum, siehe "3. E6 - E6 G". Die unten stehenden Ver- gleiche sind so aber besser zu erläutern.


1. E5 - E5

Die Bezeichnung ist zwar dieselbe, dennoch sind beide in einem Merkmal deutlich verschieden, nämlich durch die Einzelradlenkung. Das erkennt man daran, dass die frühen Modelle zwei Bremsen haben. Allerdings ist die linke "Bremse" ohne Funktion und dient nur der Einheitlichkeit beider Seiten, bzw. Spurweite.
Die späteren E5 mit Einzelradlenkung haben den zweiten, größeren Hebel am rechten Holm und statt der "Bremse" eine fast birnenförmige Achse. Das Rad ist hier an einem runden Teller, der Steckachse, befestigt.
Außerdem wurden später noch die Zugstangen des Fahrgetriebes verlängert, der Zapfwellenhebel dagegen nicht. Die Kupplungsglocke wurde untenrum eckiger.

Die ersten Serienmodelle unterscheiden sich vom typischen E5 vor allem da- durch, dass sie einen Nassluft-, statt des Micronicfilters besitzen. Ebenso ist der Zapfwellenhebel nach unten gebogen.


2. E6 - E6

Hier wurde das Typenschild geändert. Es hat jetzt u. a. ein Stempelfeld. Der Gas- seilzug ist nun so verlegt, dass er nicht mehr in den Hauptholm, sondern unten, durch das Holmenlager führt.
Der größte Unterschied ist aber die Umrüstung des Motors, vom Stamo 200 auf den Stamo 201. Kurz darauf ist der Dekompressor entfernt worden.


3. E6 - E6 G

Man erwartet es zwar, aber einen baulichen / technischen Unterschied gibt es hier nicht! Nur den Hinweis auf dem Typenschild und später auch bei der Maschinen- nummer am Getriebe. Das "G" könnte eventuell "Grunbach" bedeuten, da in der ABE zum E6 Metzingen steht, beim E6 G aber Grunbach.


4. E6 G - E6 G

Der größte Unterschied ist hier der Ölbadluftfilter. Dieser sitzt auf der linken Seite und das Tragblech ist abgeflacht worden und eckiger. Die Getriebeölablass- schraube ist nun vor der Achse. Die letzten Modelle sind häufig mit den 6 - 9 AS Rädern ausgestattet.


5. E6 G - E6 GA - E6 GB

Die zusätzlichen Buchstaben können für große Verwirrung sorgen. Denn sie beziehen sich nicht auf technische oder bauliche Änderungen, sondern schlicht und einfach auf die (leicht austauschbare) Radgröße beim Kauf der Grundmaschine. Da die Art der Bereifung individuell gewählt werden konnte, sind die Buchstaben immer gestanzt und nicht schwarz.
So steht "A" für 4.00 - 8 AM, "B" für 4.00 - 12 AM und "C" für 4.00 - 12 AS.
Es ist durchaus möglich, dass es noch weitere Buchstabenverschlüsselungen gibt. Wenn jemand etwas dazu weiß, kann er sich gerne bei mir melden.


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